07.09.07 | workshop iks göttelborn

  • D|göttelborn 2007 Studie zum Schachthallenensemble Göttelborn
  • Industrielle kulturlandschaften sind nicht nur im saarland zeugnisse der bis ins frühe mittelalter zurückgreifenden geschichte. Es sind orte voller geschichten und erinnerungen. Zwischen der zweck- und ablauforientierten architektur der industriekultur finden sich geschichten der technik, sozialgeschichten der arbeit, architekturgeschichten der produktionsstätten, unternehmer- und arbeiterwohnungen und die entwicklung des geografischen raumes. Wie kein anderes zeitalter hat die industrialisierung unser leben so nachhaltig geprägt. Die kohle- und stahlindustrie hat die dominante rolle verloren und ist nicht länger mittelpunkt unseres lebens. Die ehemaligen orte dieser schwerindustrie sind orte ganz besonderer faszination. Sie sind leer und verlassen, werden oftmals als ballast gesehen und zum abriss bestimmt. Dabei sind sie wichtige und stolze zeugnisse dieser einmaligen kulturentwicklung. Die chance die uns der aktuelle strukturwandel bietet muss genutzt werden. Das erbe der industriekulturgesellschaft muss sich stück für stück zukunftsorientert entwickeln, ohne dabei das kostbare erbe zu verdrängen. Es sollte nichts neues erfunden, sondern alte strukturen mit neuen aufgezeigt und verbunden werden.

    idee

    Wie schafft man es das ensemble wieder zum zentrum aufleben zu lassen? In dem man ihm neue zonierungen auflegt, neu strukturiert, eine geste macht, das gebäude mit seiner vergangenen geschichte ernst nimmt, die zugänglichkeit und begehbarkeitkeit festlegt, additiv neue räume schafft. Indem man ihm eine anziehungskraft verleiht, neu inzeniert. Etwas schafft, das genügend freiraum für eigene entwicklungen läßt. Der anstoßpunkt jedoch so stark ist, das er sich ausdehnt und an den neuen punkten weiter frei entwickelt. Freilegen, öffenen, geschichte zeigen, symbolisch licht hineinlassen...das hat uns dazu bewegt die klare entscheidung zu treffen, das dach in der schachthalle 2 völlig zu entfernen und den wichtigsten förderturm freizulegen und von der erdgeschossebene zugänglich zu machen. Gleichzeitig schafft man eine deutliche aufenthaltsqualität des neuen hofes. Er wird durch diese neue interpretation zum anziehungspunkt für alles um ihn herumliegende, ein treffpunkt, eine begegnungsstätte und eine urbane plattform der kommunikation.